Welcher Freerideski?

Stephan Skrobar Die Tauplitz

Abbildung 22: Ein Klischee (Foto: Die Tauplitz)

Wir sehen es als Auszeichnung, dass wir regelmäßig um unsere Meinung zu Material gefragt werden. Und auch wenn uns gelegentlich der Schalk im Nacken sitzt, und wir liebend gerne mit fragwürdigen Empfehlungen um uns werfen würden („Plastikskischuhe sind überbewertet!“) so nehmen wir das in uns gesteckte Vertrauen schon ernst. Wir machen da auch kein Geheimnis aus unserem Naheverhältnis zum besten Skiproduzenten am Markt („Fischer, warum fragst du?“), versuchen aber trotzdem so objektiv wie möglich zu bleiben.

Eine wiederkehrende Frage ist, was wir uns diesen Winter beim Freeriden so an die Füße schnallen (und wie). Hier unser aktuelles Skimaterial, und warum wir das gerne verwenden.

Wir (Kollege Peter Perhab und ich) sind beide um die 178 groß, und haben beide Schuhgröße 25.5. Zufall? Natürlich.

fischer ranger 102 freerideski

Mein Go-to Freerideski ist seit Mitte des vergangenen Winters der Fischer Ranger 102, und zwar in 184 (länger gibt es ihn nicht). Darauf geschraubt ist die Fischer Tour Classic (besser bekannt als Dynafit Radical 2). Noch passender wäre allerdings die Marker Kingpin. Dass ich einer Pinbindung auf meinem abfahrtsorientierten Freerideski vertraue, hat gedauert. Ich habe bei Pinbindungen zwar nie die Angst gehabt, sie könnten sich mit einem lauten „Ziiiingg!“ von mir und meinem Schuh trennen, mir hat einfach die Stabilität gefehlt, die klassische Bindungen mit ihrem Gewicht gebracht haben.

Aber es hat sich einiges geändert. Damals (siehe historische Fotos unten) waren Freerideski entweder schwer und leblos oder instabil und leblos. Heute ist die Bauweise schon so fortgeschritten, dass sich Ski extrem leicht und trotzdem lebhaft und stabil herstellen lassen (mehr dazu vielleicht in einem folgenden Beitrag zum Thema ‚Tourenski‘).

Christoph Maier

Stoffl bringt Leben in den Ski. Stubai, 2006. (Ski: Fischer Watea. Foto: Claudia Ziegler)

AUSTRIA / Vienna / Cobenzl / Stephan Skrobar<br /> © Claudia Ziegler

Stephan bringt den Winter über die Stadt. Wien, 2006. (Ski: Fischer Kehua. Foto: Claudia Ziegler)

Die erwähnte Zusammenarbeit mit dem oberösterreichischen Skiproduzenten bringt auch Privilegien mit sich. Das heißt, dass ich bei sehr knusprigen Bedingungen zum Fischer Ranger 108 in 188, und bei wirklich fetten Powdertagen zum Fischer Ranger 115 in 196 greifen kann. Trotzdem sei gesagt, die Freeride Topmodelle aller großen Hersteller sind qualitativ hochwertig und haben mit den damaligen Latten nicht mehr viel gemeinsam.

In den nächsten Beiträgen geht es dann (hoffentlich) um die passenden Schuhe und auch ein Blick auf was einen modernen Tourenski ausmacht folgt. Fragen beantworten wir weiterhin gerne, Anmeldung zum Newsletter hier.

Über den Autor

Stephan Skrobar ist staatlich geprüfter Skilehrer und Skiführer, Alpinausbildner für den steirischen Skilehrerverband, Team Manager des Pieps Freeride Teams und Leiter vom ‚Die Bergstation Freeride & Alpin Center‘.
Stephan betreibt eine Kommunikationsagentur und liebt Punkrock. Beide (Stephan und Punkrock) sind nicht immer ernst zu nehmen.

Noch keine Kommentare zu "Welcher Freerideski?"


    Deine Meinung

    (HTML erlaubt)