Skitourengehen – Tipps für den Anfang. Teil 2: Die Strategie

Willkommen bei Teil 2 einer vierteiligen Serie zum Thema „Ich möcht‘ gerne Skitourengehen, aber ich hab‘ da noch eine mehrere Fragen“. In Teil 1 wurde das Material besprochen, jetzt geht’s um ein paar taktische Überlegungen und die richtige Strategie. Also.

„Be bold, start cold.“

Neueinsteiger in diesem Sport erkennt man daran, dass sie bei moderatem Wetter in die dicksten Daunenjacken und wolligsten Wollmützen gehüllt wegstarten („Ich habe schließlich dafür gezahlt!“). Nach fünf Minuten schießen erste Wallungen durch den Körper, nach zehn Minuten der leicht erschöpfte Schnaufer: „Ich muss mir die Jacke ausziehen!“, nach dem kurzen Ausziehstopp folgt dann zehn Minuten später der ausgetrocknete Wunsch nach Trinkbarem. Solche Unterbrechungen stören den Rhythmus empfindlich, jeder Stopp und Wiederstart kostet unnötig Energie, beeinträchtigt das Gesamterlebnis und trägt unbemerkt zu Erschöpfung bei. Expertinnen starten mit einem Anflug von Frösteln, wissen aber, dass sie in zehn Minuten die perfekte Betriebstemperatur erreicht haben (auch wenn dazu ein bisschen Erfahrung gehört).

Verpflegung während der Tour

Grundsätzlich sind zwei Arten von Pausen empfehlenswert: Die ganz kurzen, um einen schnellen Müsliriegel einzuwerfen, an der Trinkflasche zu nuckeln, Fotos zu machen oder sich von der Begleitung die Schönheit der Bergwelt erklären zu lassen. Dauer: < 5 Minuten, um nicht auszukühlen und dem Körper nicht das falsche Signal zu senden, er könne in den Couch-Füßehochlagern Modus wechseln. Und die längeren, bei denen man sich hinsetzt, gemütlich jausnet, in die Gegend schaut und den Daheimgebliebenen Fotos von der Schönheit der Bergwelt, die die Begleitung zuvor erklärt hat, schickt. Diese Art von Pause passiert nur ein, zweimal am Tag.

Pause bei der Fischer Transalp. (Irgendwann 2014 in den Dolomiten.)

Dauer der ersten Tour

Tipp: Lieber ein bissl zu kurz als ein bissl zu lang. Wenn die erste Tour schön und ein wenig zu kurz war, bleibt man im Kopf hungrig nach mehr, die Vorfreude auf den nächsten Ausflug in den Schnee motiviert durch den Alltag.

Interessant wird hoffentlich der dritte Teil der Serie. Da geht es dann um die richtige Aufstiegstechnik und passenden Bewegungsabfolgen, dass der erste Skitourentag auch wirklich ein entspannter Ausflug wird.

(Geschrieben für Sport Aktiv im September 2021)

Die anderen Teile dieser Serie

Tipps für den Anfang. Teil 1: Das Material
Tipps für den Anfang. Teil 3: Bewegung und Technik
Bonustrack: Hinaufgehen ist leicht. Hinunterfahren auch.

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Über den Autor

Stephan Skrobar ist staatlich geprüfter Skilehrer und Skiführer und Alpinausbildner für den steirischen Skilehrerverband und die Freeride World Tour. Stephan betreibt nebenher eine Kommunikationsagentur.

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